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Anekdoten

Saab 9000 Nr.1 Anekdoten

Da Andreas und ich schon seit über 9 Jahren im besitz des Saab’s (Rallye-Fahrzeug Nr.1) sind, haben wir uns überlegt, hier ein paar Ereignisse aufzuschreiben, die wir mit unserem Auto erlebt haben.



Ein Sommerurlaub in Ungarn (2009):

Wir waren am Plattensee im Sommerurlaub und sind natürlich mit dem Saab dorthin gefahren. Die Batterie zeigt schon im Sommer leichte Anzeichen der Schwäche, aber was kann im Sommer schon passieren 😉 Batterien machen doch nur im Winter Probleme!

Vom Plattensee ging es noch nach Budapest zum Red-Bull Air-Race. Es hatte mitte August ca. 35°C im Schatten, und der Verkehr in Budapest wurde immer zäher. Wie gut dass das nichts machte, denn die Klimaanlage lieferte angenehme frische Luft und auch im stockenden Verkehr stieg die Motortemperatur nicht über normal. Was mich in dieser abartigen Hitze etwas stutzig machte war nur, wie lange der Kühlerventilator nach dem Abstellen des Motors noch nach gelüftert hat. Für den Aufenthalt in Budapest habe ich bei einer Autowerkstatt einen Stellplatz im Parkhaus gemietet, das war günstiger als einer der komischen Schotterparkplätze zu parken, die es überall in der Stadt gab. Wir habe dann das Gepäck ausgeladen und der Lüfter blies uns heiße Luft um die Beine und lief auch noch, als wir aus dem Parkhaus raus sind.

Als wir dann nach fünf Tagen wieder zurück zum Auto sind dachte ich noch: „Die Zentralverriegelung hört sich aber zäh an, als ob die Batterie keinen Saft mehr hat.“ Schlüssel rein ins Zündschloss, rumgedreht, „klack“! mehr brachte der Anlasser nicht mehr zustande. Der Borcomputer meldete eine Spannung von ca. 9,5V im Bordnetz. Beim erneuten Anlassversuch gingen nur die Lichter aus.

Aber zumindest war die Batterie nicht ganz tot. Ich sagte zu meiner Freundin: „Die gute Nachricht ist: Wir stehen im 1. Stockwerk und müssen exakt eine Rampe runter. Du setzt Dich ans Steuer, ich schiebe, Zündung an und im 2. Gang die Kupplung kommen lassen! Wir haben exakt eine Chance!“ Leider wollte sie das nicht!

Also Rollentausch. Ich setzte mich ans Steuer und ließ mich bei 35° im Schatten von meiner Freundin durchs Parkhaus schieben.

Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein! Der Mann sitzt am Lenkrad, die Frau schiebt das Auto durch das Parkhaus 🙂

Jeder, der auch schon mal von seiner Freundin / Frau durch ein Parkhaus geschoben wurde, bitte um Handzeichen.

Wie ich es mir dachte, kann keine Handzeichen sehen 😉

Der Rest war Routine: Zündung an, den Saab die Rampe runter rollen lassen und als ich etwas Schwung hatte, die Kupplung kommen lassen. Der Motor ist sofort angesprungen, und wurde vorerst nicht mehr ausgemacht.

Eine neue Batterie habe ich dann erst im nächsten Jahr im Frühling gekauft, denn mit der alten Batterie sind wir noch problemlos durch den Winter gekommen…



Sticheleien, Spott und Häme…

Wer ein altes Auto fährt, muss nicht nur ein dickes Fell gegenüber technischen Schierigkeiten haben, sondern auch gegenüber seinen Mitmenschen. Sogar wenn man bei diesen Menschen „Geld“ loswerden möchte.

Als der Gesamtzustand mit jungfräulichen 200tkm auf der Uhr, von mir, dem Alter entsprechend als gut eingestuft wurde, habe ich an Hand der steigenden Spritpreise beschlossen:
Es wird eine Autogasanlage eingebaut!!! Der Saab 9000 wird auf LPG umgerüstet.

Die ersten Anfragen im Münchner Raum waren eher ernüchternd:
„Wie alt ist das Auto?“
„Sind sie wirklich sicher, dass sich das bei über 200tkm noch lohnt?“
„Wollen Sie wirklich nichts neueres kaufen, und das Auto dann umrüsten?“
Auch im Kreis unserer Freunde waren sich einige sicher, dass das Auto verschrottet werden muss, bevor sich die Investition Autogasanlage auszahlen würde.

Die Arbeit wurde dann eben in Leipzig durchgeführt, die dort ansässige Firma schickte ein Angebot, das in Ordnung war, und es wurde ein Termin vereinbart. So kam es, dass das Rallye-Fahrzeug Nr. 1 im zarten Alter von 17 Jahren und 220tkm eine Gasanlage verpasst bekam. Seitdem haben uns die Benzinpreise eigentlich nicht mehr interessiert…

Dann kam das Abwrack-Jahr 2009 und die Freundschaft zum Auto wurde erneut auf die Probe gestellt:
„Gerade DU solltest jetzt endlich mal ein gescheites Auto kaufen…“
„Wenn Du nicht sofort die 2500€ Abwrackprämie einstreichst bist Du selbst schuld…“
„So viel Geld kriegst Du für das alte Ding nie wieder!“
etc.

Es kam wie´s kommt, wir haben das alte Ding behalten, und 6 Jahre später ist der alte Saab immer noch alt.
– Die Ledersitze sind immer noch bequem.
– Die Sitzheizung ging 2009 schon nicht mehr, also keine Verschlechterung.
– Naja, die Klimaanlage hat 2012 den Dienst endgültig quittiert 😉

Wenn ich im Jahr 2009 etwas neues gekauft hätte, wäre das Auto mittlerweile auch schon „alt“.
Hätte ich was neues gekauft, wären da mittlerweile auch schon 170tkm drauf.

Aber: wären wir mit einem nagelneuen Auto auch so sorglos viele km in halb Europa gefahren?
Hätte es interessiert, wohin und wie viel gefahren wird?
Hätten wir uns wieder Gedanken über Spritpreise gemacht?
Hätte ich mich über weitere Kratzer oder Dellen aufgeregt?
Hätte es jemals interessiert, wie viele Umzüge gemacht werden und was alles transportiert wird?

Ausserdem hätten wir dann kein Rallye-Auto 🙂



Getriebeschaden Klappe die Erste (2008)

Nichts ahnend fuhr ich auf der A8 nach München. Bei einem Berg kam es zum Elefantenrennen und so zuckelte ich genervt hinterher. Nach einer gefühlten Ewigkeit war die linke Spur endlich wieder frei und ich konnte nicht anders als Gas zu geben.

Pedal to the metal. pedal_metal

Der Ladedruckzeiger bewegte sich schon zügig auf den roten Bereich zu, als plötzlich nur die Drehzahl hoch schnalzte und der Vortrieb weg blieb. Der fünfte Gang war auf einmal nicht mehr da, auch mehrfaches Einkuppeln und auch das Rühren mit dem Schaltknüppel nach dem verschwundenen Gang war erfolglos. Er war einfach nicht mehr da, zum Glück war mit dem 4. Gang alles in Ordnung. Gott sei Dank war ich auf der A8, zweispurig und ohne Seitenstreifen 😉 .
Also erstmal weiter im 4, Gang zum nächsten Parkplatz. Die erwartete Ölpfütze unter dem Auto habe ich nicht ausmachen können, auch eine Beschädigung sonstiger Art war nicht zu sehen, nachdem ich unter das Auto gekrabbelt bin. Alles sah völlig intakt aus, alle Gänge ausser dem 5. Gang funktionierten wie immer. Von nun an war ich auf der Autobahn mit mehr Drehzahl und weniger schnell im 4. Gang unterwegs.

Was wiederrum nicht in den Zeitplan passte, war:
1. Am kommenden Wochenende war der Umzug meiner Freundin geplant
2. Ein Zugfahrzeug für den 750kg Anhänger wurde benötigt
3. Hin und zurück waren 1200km quer durch Deutschland geplant

Als ich den Anhängerabgeholt habe, hatte ich bereits 200 km mit den verbliebenen 4 Gängen zurückgelegt. Na wenn das so ist dachte ich mir, dann werde ich die nächsten 1200 km mit Sicherheit auch noch schaffen. Einmal quer durch Deutschland mit Anhänger dran und nur 4 Gängen, ist doch ganz einfach, nur etwas lauter als sonst. Der Umzug lief völlig Problemlos ab, und mit Anhänger dran darf auch nicht so schnell gefahren werden. Da passt der 4. Gang recht gut, als wäre das so gedacht ;-).

Nachdem der Umzug ohne Zwischenfälle erledigt war organisierte ich erst ein neues Getriebe, als auch der Rückwärtsgang angefangen hat, immer häufiger den Dienst zu verweigern, indem er sich nicht mehr einlegen liess.
Nach dem Einbau eines neuen gebrauchten Getriebes war alles wieder in Ordnung, die Straßen wurde wieder mit allen 5 Gängen befahren.

Schadensbild nach dem Getriebewechsel: Die Verbindung zwischen Welle und dem 5. Gang Zahnrad war auf der Zahnradseite abgeschert. Beim Synchronelement wie auch bei beiden Getriebewellen waren die Keilwellenverzahnung extrem ausgeschlagen. Allein schon wegen der Späne im Getrieb kommt man sonst nicht an eine komlpetten Getriebezerlegung vorbei. Wenn die Wellen noch einigermassen gut aussehen, können evtl. neue Zanhräder montiert werden. Aber das wird nicht von Dauer sein…

Was lernen wir daraus:

Das Kühlwasserschlauch-Problem 2006 hat uns gezeigt: Was keine Geräusche macht und die Weiterfahrt nicht verhindert…

–> wird zumindest kurzfristig ignoriert…



Die Geschichte mit dem Kühlerwasserschlauch (2006)

Auf der Autobahn dachte ich noch, wieso staubt es hinter mir? als schon CHECK RADIATOR leuchtete. Also Kühlwasserverlust! Den Saab noch zum nächsten Parplatz rollen lassen und die Bescherung angeschaut, es war ein kleines Loch im Schlauch vom Zylinderkopf zum Kühler. Zum Glück habe ich immer Isolierband dabei (Man weiß ja nie…). Also habe ich den Schlauch mit dem Isolierband umwickelt und den Deckel vom Ausgleichsbehälter lose gemacht, dass sich kein Druck im System aufbauen kann. Mit Mineralwasser nachgefüllt und weiter!

Leider war ich gerade mitten in den Vorbereitungen zu Rock am Ring. Der bestellte Ersatzschlauch ist noch am Tag der Abreise angekommen, aber der Einbau hat nicht mehr in den engen Zeitplan gepasst. Den Schlauch habe ich dann in die Reserveradmulde zum Ersatzreifen gelegt, so dass ich das Ersatzteil schon mal dabei habe.

Natürlich war der Saab das Zugfahrzeug für den Anhänger, und selbstverständlich habe ich die Mitfahrer nichts vom defekten Schlauch wissen lassen, nur nicht die Pferde scheu machen… Am Nürburgring wurde dann ein halber Liter Wasser nachgeleert, also alles halb so schlimm.

Habe mich dann am Tag vor der Abreise zum Spruch hinreißen lassen: „Wenn ihr wüsstet, wie es um mein Auto steht, tätet ihr nicht mehr einsteigen“

Die Rückreise wurde angetreten, mit geflicktem Schlauch und losem Deckel auf dem Ausgleichsbehälter. Es wäre alles gut gegangen, wenn der Kühlerventilator Strom bekommen hätte, aber dieser ignorierte die steigende Motortemperatur im Rückreisestau einfach. Bei Schrittgeschwindigkeit und mit Anhänger dran dauerte es nicht lange bis Wasser zu Dampf wurde und ich kochend am Straßenrand in Sichtweite einer Tankstelle stand.

ADAC-Mitglied war ich noch nicht, denn ich konnte ja nicht wissen, dass ich als Besitzer eines 16 Jahre alten Saab auf die gelben Engel angewiesen sein könnte. Also dann die letzten Meter zur Tankstelle gekrochen und Wasser nachgefüllt. Nachdem die geflickte Stelle immer noch gut aussah und wieder kaltes Wasser an Bord war, haben wir es auf die Autobahn geschafft, bevor der Motor zum 2. mal kochte. Das ist später noch passiert, im Stau bei Stuttgart. Also auf den Standstreifen und die letzten 500m zur nächsten Ausfahrt gerollt. Wasser nachgefüllt und weiter.

Irgendwann sind wir dann doch noch zu Hause angekommen. Zum 3. mal hat der Motor dann einen Tag später gekocht, als ich den Anhänger am nächten Morgen zu seinem Besitzer zurück brachte.

Am Nachmittag des selben Tages habe ich dann endlich den Schlauch gewechselt und mit der richtigen Frostschutzbrühe den Kühler wieder befüllt. Den defekten Steckerkontakt zum Kühlerventilator habe ich auch noch repariert.

Zumindest vermeintlicht…

Seltsamerweise hat die  Zylinderkopfdichtung mir diese Strapazen nicht mal übel genommen und keinerlei Anzeichen einer Beschädigung in Form von Öl oder Kühlwasserverlust oder -verbrauch erkennen lassen und noch ein paar Jahre gehalten.

 

Was lernen wir aus insgesamt über 1000km Autofahrt mit defektem Kühlwasserschlauch:

  • Wenn man Dampfmaschine fährt sollte ausreichend Wasservorrat an Bord sein
  • Auto Fahren ist gut, Auto Stehen schlecht
  • Isolierband als Werkzeug sollte nicht unterschätzt werden
  • Mitreisende über den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs zu Informieren wird überbewertet

Dennoch: Zur Nachahmung nicht empfohlen 😉



 


One Response to Anekdoten

  1. Bernd

    Das wusste schon MacGyver dass ein Schweizer Taschenmesser und ne Rolle Klebeband für alles helfen! 😉

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